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Wer kennt Ummenstadt?

Um ehrlich zu sein, kannte ich sie bis vor kurzer Zeit auch nicht - die mit etwa 500 Einwohnern kleinste Stadt Thüringens und zweit kleinste in ganz Deutschland.
Wer sie auf der Landkarte sucht, muss den äußersten südlichen Zipfel Thüringens anvisieren und wird etwa zehn Kilometer westlich vom bayerischen Coburg fündig. Hier, am der in die Itz und schließlich in den Main mündenden Rodach ist das auf drei Seiten von Bayern umgebene Ummenstadt zu finden. Mit berechtigtem Stolz bereiten die Einwohner dieses sehr, sehr hübschen Städtchens zur Zeit ihre 1175-Jahr-Feier vor, die sie im Juli dieses Jahres begehen werden.

Damit ist bereits gesagt, dass Ummenstadt eine bewegte Geschichte hinter sich hat. Von einer mittelalterlichen Befestigungsanlage sind heute noch Überreste zu entdecken. Stadtrechtsurkunden gingen mehrmals verloren und sind nur noch in Form einer Kopie vorhanden. Wie viele Städte litt auch Ummenstadt unter dem Dreißigjährigen Krieg, nach dessen Ende hier nur noch 26 bewohnte Häuser existierten.
Im 18. Jahrhundert blühte das Töpferhandwerk auf und 1813 lebten und arbeiteten in der Stadt 16 Töpfer. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand das Handwerk und nur noch eine kleine Ausstellung zeugt im Töpfer- und Heimatmuseum von den damals produzierten Tellern, Vasen und Krügen.

Nicht tot zu bekommen war dagegen die Tradition des Brauens, die ebenfalls bereits im 18. Jahrhundert gepflegt wurde und 1861 zum Bau eines Brauhauses führt in dem noch heute Bier gebraut wird. Dies erfordert allerdings den Einsatz von bis zu acht Personen, die das Gebräu sozusagen noch von Hand herstellen, denn nur eine Wasserpumpe besitzt den einzigen elektrischen Anschluss.
Seine wohl einwohnerstärkste Zeit hatte Ummenstadt im Jahr 1949 mit etwa 1000 Einwohnern, die sich dann durch Zwangsaussiedlungen und Abwanderungen aus dem Sperrgebiet und Weggänge nach der Wende bis auf die derzeitige Zahl reduzierte.

Die vielen prächtig restaurierten Fachwerkfassaden des historischen Ortskerns verleihen Ummenstadt ein unverwechselbares Aussehen. Beeindruckend der Marktplatz mit der herrlichen Fassade des Rathauses, einem Marktbrunnen und der Stadtkirche. Eine zweite, sehr alte Kirche ist die Bergkirche St. Andreas, die von einer Wehranlage umgeben ist. Schließlich fügt sich die aus dem Jahr 1565 stammende steinerne Brücke über die Rodach malerisch in die denkmalgeschützte Ortslage ein. An alte Zeiten erinnern die fünf erhaltenen Laufbrunnen in der Stadt, die früher die Trinkwasserversorgung sicherten.

Sollte die Beschreibung meiner kleinen Exkursion in diesen südlichsten Winkel Thüringens Lust und Interesse zum Kennenlernen geweckt haben, so ist damit bequem auch ein Besuch im benachbarten Coburg oder auf der aus dem Jahr 1317 stammenden Veste Heldburg im nahe liegenden Bad Colberg-Heldburg zu verbinden.

   
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