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Teufelslöcher statt Riesending

Nach nunmehr 12 Tagen konnte vergangenen Donnerstag die Rettung des verunglückten Höhlenforschers Westhauser aus dem „Riesending” erfolgreich abgeschlossen werden. Die damit verbundenen täglichen Berichte über diese Aktion, die in dieser, über riesige Dimensionen verfügenden Höhle ablief, hat bei mir irgendwie eine Assoziation zu den bei Jena liegenden „Teufelslöchern” ausgelöst.
Zwar haben diese fast gar nichts mit Deutschlands längsten und tiefsten Höhle gemeinsam, doch eine kleine Faszination geht auch von diesen, in den Jenaer Kernbergen liegenden Steinformationen aus.

Immerhin schmücken sich die Teufelslöcher mit der Bewertung, zu den ersten, urkundlich erwähnten Höhlen in Deutschland zu gehören. Ihre Entdeckung fällt in das Jahr 1319 und nur die Entdeckung des „Volkmarskellers” in Blankenburg wurde bereits 363 Jahre früher urkundlich datiert.
Der Sage nach wurden die Teufelslöcher von Studenten entdeckt, die hier einen siebenköpfigen Drachen fanden, der immerhin als eines der „7 Wunder” Jenas in dessen Stadtgeschichte einging.

Die zwei Höhlen liegen im Stadtgebiet Jenas am Fuße des Muschelkalk-Bergzuges der Kernberge. Entstanden sind sie durch die Auswaschungen von Gips und eine spätere Erweiterungen infolge des Abbaus von Alabaster, der um das Jahr 1800 erfolgte und für den Bau des neuen Residenzschlosses in Weimar zum Einsatz kam. Die heute verschlossenen Höhlen liegen in einer grotesk anmutenden Steinformation, die sich durch ihre markante Schichtung auszeichnet. Wie aus einigen vorliegenden Beschreibungen hervorgeht, dürften die Gänge und Höhlen etwa hundert Meter in den Berg hinein reichen.

Neben einem der Höhleneingänge entspringt eine kleine Quelle. Hier ist auch ein Gedenkstein zu finden, der an Alexander von Humboldt erinnert, der 1792 die Teufelslöcher in seiner damaligen Funktion als Assessor der preußischen Bergbauverwaltung aufsuchte. Nur zehn Jahre später beschäftigte sich Johann Wolfgang von Goethe mit den Teufelslöchern, der sie für einen eingeschränkten Besucherverkehr zugänglich machen wollte.

Heute sind die Teufelslöcher zum Lebensraum bedrohter Fledermausarten, wie der Kleinen Hufeisennase, dem Großen Mausohr und der Mopsfledermaus geworden. Sie finden über Fluglöcher Zugang zu den Höhlen, die aus Sicherheitsgründen ansonsten verschlossen sind. Auch Steinmarder nutzen sie tagsüber als Schlafplätze.
Das Gebiet rund um die Höhlen ist als Flächennaturdenkmal unter Naturschutz gestellt.

   
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