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Im Naturschutzgebiet Schwellenburg

Meinen kleinen Beitrag über das Biotop der Schwellenburg möchte ich damit beginnen, die Leser davor zu warnen, jetzt etwas über eine mittelalterliche Ritterburg oder ein ähnliches Bauwerk erfahren zu wollen. Denn die Bezeichnung “Schwellenburg” gehört einem kleinen, nur 228 Meter hohen Berg, der sich zwischen den beiden Erfurter Ortsteilen Tiefthal und Kühnhausen im Nordwesten der Stadt befindet.

Trotz seiner bescheidenen Höhe ragt der kahle Bergrücken der, beziehungsweise des Schwellenburg weithin sichtbar aus einer flachen, kaum bewaldeten Landschaft heraus. Kennzeichnend für den Berg ist die in seiner Umgebung und auf ihm selbst anzutreffende Vegetation, die der einer Steppe Vorderasiens entspricht und die in Mitteleuropa Seltenheitswert besitzt.
Dabei besteht eine weitere Besonderheit darin, dass dieses Gebiet bereits seit mehr als tausend Jahren als Bergbau- und Weinberggelände genutzt worden ist, so dass die heute hier anzutreffende Natur keinen ursprünglichen Charakter besitzt, sonder durch eine vom Menschen erfahrene Nutzung und Gestaltung diese Steppenvegetation angenommen hat.

Gefördert wird diese von einem besonders niederschlagsarmen Mikroklima, der ungehinderten Sonneneinstrahlung und dem aus Gipsgestein bestehenden Untergrund. So wurde auch der gesamte Gipfelbereich der Schwellenburg im vorigen Jahrhundert als eine Art riesige Gipsplatte von Menschenhand abgetragen, wovon heute nur noch einige Felsklippen und kleinere Höhlen zeugen.
Durch den Gipsabbau und durch den bis ins Beginn des 20. Jahrhunderts reichenden Weinanbau sind auch die für die Namensgebung der Schwellenburg verantwortlichen charakteristischen Schwellen am Hang des Kalksteinhügels entstanden. Am Nordhang bestimmen rote und braune Steinmergelschichten, bestehend aus einer Mischung von Kalk und Ton, das Bild der Oberfläche.
Darüber hinaus zeichnet sich das Biotop durch eine Vielzahl seltener Wildpflanzen aus, zu denen unter anderem Grüne Waldhyazinthe, Schwarzes Bilsenkraut, Schopf-Träubel, Natternkopf, roter Hornmohn und das Adonisröschen gehören. Die Tierwelt wird hier von zahlreichen Wildkaninchen beherrscht, die ihre Baue in den lockeren Untergrund gegraben haben.

Leider ist durch einen zunehmenden touristischen Verkehr sowohl der Bestand der seltenen Pflanzen als auch die typische Schwellengestalt der Oberfläche der Schwellenburg gefährdet. Nur eine gezielte Führung der das Gebiet besuchenden Fußgänger und Radfahrer auf Wanderwegen, wie beispielsweise auf dem bereits bestehenden Fahner-Höhen-Weg könnte die Besonderheit dieses artenreichen Steppenhügels der Schwellenburg noch für längere Zeit erhalten.

   
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