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Die MAROLIN-Manufaktur in Steinach

Haben Sie schon mal das im spätbarocken Stil erbaute Schloss im Mecklenburg-Vorpommerschen Ludwigslust besucht? Wenn ja, dann konnten Sie in seinen prachtvoll gestalteten Räumen Teile einer Ausstattung bestaunen, die nicht wie auf den ersten Blick zu deuten aus Marmor, edlen Hölzern oder Stuck erschaffen wurde, sondern aus Ludwigsluster Carton - einer Form von Papiermaché besteht.

Die Herstellung und Weiterverarbeitung ist in Europa bereits seit dem 15. Jahrhundert bekannt, und erreichte im 18. Jahrhundert ihre Blütezeit. Ihre Herstellung erfolgte in verschiedenen Verfahren und die Weiterverarbeitung in verschiedenen Techniken zu kunstvollen Dekorationen, Statuen, Spielzeug und sogar Möbeln hatte einen damals anerkannten kunsthandwerklichen Standard erreicht.

Wer heute die im Süden Thüringens liegende Kleinstadt Steinach besucht, hat die Gelegenheit, sich von einer Form der Herstellung von Papiermaché und mehreren Varianten von deren Weiterverarbeitung zu überzeugen. Er braucht sich nur in die Räumstraße begeben, um dort in einem zum Unternehmen der Marolin Manufaktur gehörenden kleinen Museum so manches Interessante über die Entstehung der daraus gefertigten Produkte zu erfahren. Wer eine der entzückenden Figuren kaufen möchte, hat dazu ebenfalls die Gelegenheit. Öffnungszeiten des Werksverkaufs finden Sie hier.

Die Gründung dieser Figurenmanufaktur reicht in das Jahr 1900 zurück, in dem der Steinacher Richard Mahr die Produktion von Figuren aus Papiermaché aufnahm und diese bereits 20 Jahre danach bis nach Übersee lieferte.
1972 musste die Firma infolge Enteignung ihre Produktion einstellen.
Erst nach 1990 begannen die Nachfahren Richard Mahrs die Produktion derartiger Figuren unter der Bezeichnung „Marolin” wiederzubeleben. Wie man heute sieht, mit vollem Erfolg.

Heute werden etwa 1.300 unterschiedlich gestaltete Figurenmodelle ausschließlich von Hand gefertigt. Dazu wird eine breiige Masse aus Papierfasern, Pflanzenleim, Kaolin und Ton als Gieß- oder Drückermasse weiterverarbeitet. Größere Figuren entstehen dabei als Hohlkörper, kleinere in kompakter Form. Nach dem Trocknen und Säubern werden die Figuren per Sprühpistole farblich vorbehandelt und erhalten dann von meisterlichen Händen ihren filigran gestalten Ausdruck.

Zum Sortiment gehören neben Krippenfiguren und kompletten Krippen auch zahlreiche weltliche Figuren, Osterhasen, andere Tiermodelle oder auch Erzgebirgsfiguren.
In einem kleinen Museum, das werktags besucht werden kann und das in den ursprünglichen Räumen der Manufaktur eingerichtet ist, werden dem Besucher Eindrücke vom Arbeitsalltag der oft in Hausarbeit tätigen Gewerbetreibenden aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vermittelt. Auch lässt sich hier die Geschichte der Firma anschaulich verfolgen.
Der Verkaufsraum hält ebenso wie ein Internetshop ein breites Angebot aus dem Figurensortiment der Manufaktur bereit. Wer sich für eine Besichtigung des Fertigungsbereiches interessiert, muss sich allerdings vorher anmelden.

   
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